Schifffahrtskaufleute müssen gut Englisch können. Sie haben beste Chancen

Lene Mahler liebt das Meer, das Wasser und den Hamburger Hafen. Also lag es für sie nahe, eine Ausbildung zur Schifffahrtskauffrau zu machen – ein wirklich typischer Hamburg-Beruf! „Außerdem wollte ich einen Job, der möglichst international ausgerichtet ist und viele Optionen bietet, um im Ausland zu arbeiten und mit Menschen aus aller Welt zu tun zu haben“, sagt die 22-jährige. Ihre Ausbildung bei der Hanse Bereederung in Kooperation mit Columbia Shipmanagement hat sie erfolgreich abgeschlossen. „Die Ausbildung ist wie im Flug gegangen, und sie hat mir sehr viel Spaß gemacht. zu meinen persönlichen Highlights gehörten die Studienreise mit der Berufsschule nach China und mein sechswöchiger Aufenthalt an unserem Hauptstandort in Limassol, Zypern“, erzählt Lene. Spannend seien die Erfahrungen gewesen, die sie in den Abteilungen ihres Ausbildungsunternehmens sammeln durfte. „Von der Buchhaltung über das Crewing, den Einkauf, den Charter- und den Kreuzfahrt-Bereich bis zum Marketing war alles dabei.“

Die Ausbildung ist nicht nur international, sondern auch vielseitig – und wird in zwei Fachrichtungen angeboten: Linienschifffahrt und Trampschifffahrt. „Das lässt sich am besten mit Zügen und Taxis vergleichen“, erklärt Lene, die ihre Ausbildung im Bereich Trampschifffahrt gemacht hat. „Die Linienschifffahrt hält sich an feste Fahrpläne und eine feste Abfolge von Zielhäfen, die die Schiffe einer Reederei anlaufen. Bei der Trampschifffahrt dagegen wird ein Schiff für einen speziellen Transport gebucht.“ Ob Chemikalien, Bauteile, Lebensmittel oder jegliche Art von Flüssigkeiten: In beiden Bereichen planen und steuern Schifffahrtskaufleute den Transport der Güter über See.

Zu ihren Ausgaben gehört es, Kosten zu kalkulieren, Märkte zu analysieren, Ladung zu akquirieren, Transportpapiere auszustellen und Kontakt zum Kapitän zu halten. Und das normalerweise auf Englisch.

„Nach der Ausbildung haben sie glänzende Perspektiven, ihnen steht die Welt offen“, sagt Alexander Geisler, Geschäftsführer des Zentralverbands Deutscher Schiffsmakler (ZVDS). „Auch Frauen machen in dem Beruf immer häufiger Karriere. Das ist gut so“, sagt Lene, die an der Copenhagen Business School das Fach „Shipping and Trade“ studieren und ihren Bachelor-Abschluss machen wird.

Chan Sidki-Lundius

Hamburger Abendblatt AuStEr vom 25.8/26.8.2018