Wir starteten nach der 4. Std am Montag, den 16.09. und fuhren mit der Bahn zunächst von Hamburg nach Kiel. Um 17:00 konnten wir auf unserer Fähre „einschiffen“. Wir fuhren mit der „Stena Germanica“, der ersten mit Methanol betriebenen RoPax-Fähre. Nachdem wir unsere Kabinen bezogen hatten, trafen wir uns alle an Deck, um das Ablegen aus dem Kieler Hafen bei schönstem Sonnenuntergang vom Oberdeck aus zu beobachten.

Gegen 21:00 bekamen wir die Gelegenheit, in Kleingruppen die Brücke der Fähre zu besuchen und mit dem zu der Zeit Wache habenden 1. Offizier zu sprechen. Dabei erfuhren wir einiges zu dem neuen Antrieb der Fähre. Die umgerüsteten Motoren können mit zwei verschiedenen Kraftstoffen betrieben werden. Methanol ist der primäre Treibstoff, aber das Fährschiff kann im Notfall auch mit Marinediesel betrieben werden. Außerdem konnten alle Fragen zur Navigation auf der Brücke gestellt werden.

Am nächsten Morgen erreichte die Fähre pünktlich um 09:15 den Hafen von Göteborg und wir fuhren mit der Straßenbahn zu unserem Hostel. Um 14:00 stand der erste Programmpunkt an.

Wir hatten eine Führung im maritimen Museum, welche Kaan Uygur organisiert hatte. Das maritime Museum („Maritiman“) ist insofern besonders, als dass es aus vier im Wasser liegenden Schiffen besteht, welche man während der Führung besichtigt. Darunter sind ein U-Boot und ein Zerstörer. Besonders die Besichtigung des U-Bootes war beeindruckend, da man die Enge am eigenen Leib erleben konnte.

Im Anschluss an die Führung war Freizeit und jeder hatte Zeit, Göteborg auf eigenen Faust zu erkunden.

Am Mittwoch, 18. 09. standen zwei Programmpunkte auf dem Plan. Um 10:30 waren wir bei der Stena Linie im Headoffice eingeladen. Den Besuch dort organisierte Hannika Suhr. Dort wurde uns das Unternehmen vorgestellt, welches längst nicht nur im RoPax-Verkehr in Nordeuropa aktiv ist, sondern sehr breit aufgestellt ist und ein großes Portfolio besitzt (neben Stena Linie gibt es auch Stena Bulk, welche Rohöl-Tanker betreiben und viele weitere Unternehmensbereiche wie Immobilien etc.).

Im Anschluss besuchten wir um 13:30 die Port Authority, welche nicht weit entfernt von der Stena Linie ansässig ist. Diesen Programmpunkt organisierte Lars Deemering. Im Büro der Port Authority angekommen haben wir einen sehr spannenden Vortrag gehört. In diesem Vortrag wurde uns ein Einblick in den Göteborger Hafen vermittelt. Wir erfuhren sehr viel über die Struktur und über die Schiffe (Anzahl, Arten usw.), die dort täglich ein- und auslaufen. Ebenfalls haben wir einige interessante Details zu den Hauptumschlagsgütern von Göteborg erhalten.

Nach dem Vortrag war noch eine spannende Bootstour durch den Hafen von Göteborg geplant. Neben schwedischen Leckereien an Bord, wie Kaffee und Kuchen, gab es noch viele andere spannende Dinge zu sehen. Ebenfalls hatten wir die Möglichkeit, an Bord einige Fragen an den Mitarbeiter, der den Vortrag gehalten hat, zu stellen. Eins der Highlights waren auf jeden Fall die beiden RoRo-Schiffe, die gerade im Hafen lagen und beladen wurden. Im Hintergrund hat man natürlich etliche Fahrzeuge gesehen, die alle mitgenommen werden sollten. Ein weiteres Highlight war ein sehr großer und breiter Bulker, der ebenfalls gerade im Hafen lag. Natürlich haben wir aber auch das ein oder andere kleine Schiff gesehen, genau wie auch den kleinen Segelschiffhafen, in dem einige kleine Yachten und Boote lagen. Alles in allem war es eine sehr spannende Erfahrung.

An unserem letzten Tag in Göteborg – Donnerstag, den 19.09.2019 – haben wir am frühen Vormittag das MSC Office in Göteborg besucht. Den Besuch hat Fabian Rohbom, welcher seine Ausbildung bei MSC in Hamburg absolviert, für uns organisiert. Vor Ort wurde uns ein einstündiger Vortrag von vier Mitarbeitern mit anschließender Fragerunde geboten. In dem Vortrag ging es vor allem um Daten, Fakten, die Arbeitsweise und die ziemlich einzigartige und fast schon monopolistische Stellung von MSC in ganz Schweden. Denn das Besondere ist, dass MSC als einzige Linienreederei mit ihren Feeder-Schiffen die schwedischen Häfen anläuft und deshalb der meiste Export und Import Schwedens von MSC übernommen wird. Außerdem herrscht innerhalb von MSC eine sehr flache Hierarchie, sodass nur noch eine weitere Person zwischen dem Büro und dem Geschäftsführer Gianluigi Aponte in Genf steht. Nach dem Vortrag hatten wir dann alle noch etwas Freizeit, bevor wir wieder zurück ins Hostel mussten, um unsere Koffer zu holen und dann wieder auf die Stena-Line Fähre zu gehen. Nachdem wir bei ebenfalls besten Wetter Göteborg verließen, hatten wir auf der Heimfahrt wieder die Gelegenheit, die Brücke der Stena Germanica zu besuchen. Diesmal konnten die Schüler an der Besichtigung teilnehmen, welche auf der Hinfahrt nicht dabei waren, da wir nur mit max. 10 Schülern die Besichtigung durchführen durften.

Am Freitagmorgen erreichten wir pünktlich Kiel. Nachdem die Deutsche Bahn mal wieder ihr Bestes gegeben hat und unser Zug nach Hamburg ohne Ersatz ausfiel, erreichten wir mittags den Hamburger Hauptbahnhof.

Vielen Dank nochmal an alle, die sich um die Organisation der Projektfahrt und um die Planung der Programmpunkte gekümmert haben. Es war eine sehr schöne, informative und bestens geplante Fahrt!! Göteborg ist definitiv eine maritime Reise wert!

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